↑ Zurück zu 2017

Harleycrew auf der Bikerranch

Text: Harley

Fotos: Harley

Realisierung: Sven

Diesmal wollten wir es mal ein wenig entspannter angehen lassen, doch letztendlich ist es ganz anders gekommen. Die diesjährige Tour begann schon damit, dass einer von uns nicht mitfahren konnte, da der TÜV Segen für sein Bike nicht rechtzeitig erteilt wurde und ein zweiter konnte aus familiären Gründen nicht mitfahren.
Am 20.6. wollten Watzel und ich so gegen 10:00 Uhr gemütlich von mir aus lostuckern. Hätte auch fast geklappt, wäre Watzel nicht nach 12km in eine Polizeikontrolle geraten. Dort hat man sich sein Bike sehr genau angesehen und war erst zufrieden, nachdem er nachweisen konnte, dass seine Miller Auspuffanlage vollkommen legal ist.
Bis Bruchsal sind wir dann über die BAB recht zügig vorangekommen um von da aus gemütlich durch den Schwarzwald zu cruisen. Über Pforzheim, Calw, Nagold gings dann bis in die Nähe von Sigmaringen, wo wir für eine Nacht bei Arwed Station gemacht haben.

 

 

 

 

Wir hatten einen schönen Grillabend, haben viel gelacht und sind dann recht früh ins Bett, weil wir am nächsten Morgen zeitig in Richtung Scheffau losfahren wollten. Wir sind auch schon kurz nach 09:00 Uhr losgekommen. Arwed hatte die Strecke vorbereitet und wir haben schon damit gerechnet, dass es nicht auf dem direkten Weg nach Scheffau gehen würde. Schmunzeln musste ich allerdings, als ich Arweds Roadbook auf seinem Tankrucksack entdeckte.
Lustig fand ich den Eintrag: „ drin mal links“ 😉

 

 

 

 

 

 

Das Wetter meinte es fast zu gut mit uns. Temperaturen über 30° machten regelmäßige Trinkpausen notwendig. Watzel und ich mussten dann allerdings feststellen, dass Arwed doch eine etwas zügigere Gangart bevorzugte und wenn eine kurvenreiche Strecke vor uns lag, konnte es sein, dass man Arwed eine ganze Weile nicht mehr sah.
So wie hier 😉

 

 

 

 

Am Nordrand der Alpen gings entlang. Eine schöne Pause haben wir noch am Plansee eingelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Über den Starnberger See fuhren wir weiter zum Schliersee, wo ich kurz mit mir gekämpft habe, dort noch schnell einen der ersten deutschen Malt Whiskys, den Slyrs, zu kaufen. Bin dann aber doch eisern geblieben.
Und dann war es auch nicht mehr weit bis Scheffau, wo wir in der Bikerranch herzlich von Petra, der Wirtin mit einem Willkommen-Schnaps begrüsst wurden. Schnell die beiden Studios bezogen und noch schneller wieder runter in den Biergarten um unseren Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen.
Wir saßen kaum, da blickte mich einer der Gäste an und sagte: Du bist doch der Ali? Als ich verneinte, meinte er: Aber Du bist doch beim Polizeibiker Forum? Als ich erklärte, dass ich Harley bin, stellte er sich als Adelbert vor, der vor 3 Jahren auf Grund meiner Empfehlung zum ersten mal Urlaub auf der Bikerranch gemacht hatte. Wenn das mal kein Grund zum Anstoßen war.

 

 

 

 

Sehr passend fanden wir, dass gleich am ersten Abend dort ein Spanferkel zum Abendessen gereicht wurde. Hat richtig gut geschmeckt und so verging der Abend mit netten Gesprächen, viel Lachen, dem einen oder anderen Bier und auch einigen Marillenschnäpsen, wie im Flug.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Donnerstag sollte Mediatix aus Düsseldorf mit dem Autoreisezug anreisend in Innsbruck ankommen. Wir wollten die Zeit nutzen um schnell vorher noch zu dem kleinen Hintersteiner See zu fahren, knappe 6 km nördlich der Bikerranch gelegen. Alleine die Anfahrt dahin führt über die kürzesten und steilsten Serpentienen, die ich kenne.
Am See angekommen habe ich kurz angehalten, weil Arwed und Watzel hinter mir nicht in Sicht waren. Und dann passierte es. Als ich losfahren wollte, gab es einen kurzen Knall und nix ging mehr. Trotz eingelegtem Gang bewegte sich meine E Glide nicht mehr.

 

 

 

 

 

 

Da hatte sich doch tatsächlich nach 72000km der Belt verabschiedet. Nun war guter Rat teuer. Nach einem Anruf bei Mike, dem Wirt der Bikerranch, bot dieser an, mich mit dem Trailer zunächst zur Bikerranch zurückzuholen. Es war gar nicht so einfach, die E Glide ohne Motorunterstützung auf dem Hänger zu schieben. Es war auch nicht besonders pralle mit dem Auto und der Glide auf dem Hänger wieder auf der Bikerranch einzutreffen. Gefühlte 25000 mal musste ich erklären, was passiert ist.
Mike telefonierte dann ein wenig in der Gegend herum und vermittelte mich an einen Schrauber, der gerade mal 14 km entfernt war. Dieser sagte zu, einen passenden Belt zu bestellen und die Glide möglichst noch am Freitag wieder fahrfertig zu machen. Er drückte mir dann den Schlüssel seines Autos in die Hand und ich fuhr dann nach Kirchbichl zu https://www.godfatherbikes.com

 

 

 

 

Dort nahm der Chef höchstpersönlich mein Bike in Empfang und versprach, sein möglichstes zu tun, damit ich am Freitag abend wieder fahren könne.
Mittlerweile war Mediatix angekommen und gemeinsam mit Watzel und Arwed sind sie dann in Richtung Tannenberger Schlucht aufgebrochen. Ich fuhr dann wieder zurück zur Bikerranch und habe mir erst mal 2 Frust Biere gegönnt und mich dann an den Schwimmteich gelegt.

 

 

 

 

 

 

Der Freitag wurde vom Rest der Harley Crew genutzt um zum Großglockner zu fahren, während ich mich wieder am Schwimmteich aufgehalten habe, dort den Libellen und den Schwalben beim Fliegen zu gesehen habe. Es war immer noch sehr heiss, aber leicht bedeckt. Trotzdem habe ich mir dann doch einen schönen Sonnenbrand zugezogen.
Gegen 16:00 habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und beim Godfather angerufen, der mir dann versicherte, dass das Bike schon fast fertig sei und abgeholt werden könne. Adelbert hatte angeboten, mich mit seinem Auto zum Schrauber zu bringen und so waren wir gegen 16:45 dort.
Nochmals vielen Dank dafür.

 

 

 

 

2 Mann schraubten allerdings noch bis 17:15 an der Glide herum, bis sie fertig war. Belt, diverse Dichtungen und 5 Stunden Arbeitszeit bedeuteten dann für mich die Kleinigkeit von 780 €. Und schon brauchte ich an dem Abend noch ein paar Frustbiere.

Am Samstag ging es dann gemeinsam los zunächst zum Gerlos Pass, der ganz entspannt zu fahren ist. Dazu gehörte auch der obligatorische Stop am Kiosk auf der Passhöhe mit dem wunderschönen Blick auf den Durlaßboden Stausee.

 

 

 

 

 

 

In der Nähe von Ramsau sind wir dann abgebogen um auf die Zillertaler Höhestrasse zu fahren. Alleine die Auffahrt zu der Höhenstrasse ist schon ein Erlebnis für sich. Eng, steil und extrem kurvig und natürlich kam wieder ein Bus entgegen. Da war Zirkeln angesagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Für mich ist diese Höhenstrasse eine der schönsten in den Alpen.

 

 

 

 

Pause machten wir dann u.a. auf der Platzl Alm in einem schönen Berghotel. Dort könnte ich mir auch mal ein Urlaubswochenende vorstellen. Und an dem dort angebotenen Apfelstrudel mit Eis, Vanille und Sahne kamen wir nicht vorbei. Eine perfekte Pause mit wunderschöner Aussicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich perfekt, wäre da nicht unterhalb des Hotels eine Rot Kreuz Station mit diversen Funkanlagen gewesen, was zu Folge hatte, dass irgendwelche Frequenzen das Signal meiner Alarmanlage überlagerten und ich die Alarmanlage der Glide nicht deaktivieren konnte. Also, Bock aufrichten, Alarm geht los und nach 50 Metern rollen konnte ich erst die Anlage deaktivieren und den Motor starten. Bis dahin waren dann natürlich auch alle Leute auf der Terrasse dort wach.

 

 

 

 

Wir kamen dann noch pünktlich zum Abendessen an der Bikerranch an. Spezialitäten aus dem Smoker gabs.

Am späten Abend gab es dann noch eine Besonderheit. Im Geröllfeld oberhalb von Scheffau wurde mit Fakeln ein riesiges Herz mit Kreuz gebildet. So feiert man dort Mittsommernacht.

 

 

 

 

Am Sonntag wollten wir eigentlich abreisen, aber da es in Strömen geregnet hat, kam nicht so wirklich Lust aufs Motorradfahren auf und wir entschlossen uns spontan noch um einen Tag zu verlängern. Dazu mussten alle in ein 4 Bett Studio zusammenziehen. Der Sonntag wurde dann vorzugsweise mit Relaxen verbracht. Ich wollte schon immer mal den Wellnessbereich dort testen. Die Sauna ist sehr fein und das anschließende Bad im Schwimmteich war sehr erfrischend. Und Sauna hat schon was nach einem schönen Frühschoppen und das Bier nach der Sauna schmeckt auch ganz gut.

Eigentlich habe ich gedacht bei dieser Tour schon genug Ärger gehabt zu haben, aber es kam noch schlimmer. Als ich abends gegen 23:00 ins Bett ging bekam ich starke Schmerzen im linken Handgelenk, keine Ahnung weswegen. An Schlaf war nicht zu denken und erst am nächsten Morgen konnte ich das Gelenk bandagieren und mich mit Schmerztabletten dopen. Mit der Hand war nicht daran zu denken mit Watzel und Arwed wieder durch die Alpen nach Sigmaringen zu fahren. Also bis ich am Montag alleine auf die BAB und direkt bis nach Hause durchgefahren. Dabei hatte ich wenigstens noch Glück und hatte nur 2 kleinere Staus. Trotzdem war jedes Kuppeln eine Quahl und nur mit viel Schmerzmitteln auszuhalten. Zuhause angekommen wurde ich dann durch meine Susanne mit den richtigen Tabletten und einem professionellen Verband verarztet und heute nach 3 Tagen bin ich schon fast wieder schmerzfrei. Ein Freund von mir meinte, das sei wohl das Vielfahrersyndrom. Lachaus

Mittlerweile sind alle wieder wohlbehalten zuhause angekommen. Trotz einiger Probleme waren der Aufenthalt und die Touren rund um die Bikerranch sehr schön. Besonders genossen haben wir die Zeit mit Adelbert und seiner Frau Michaela. Vielen Dank dafür.

 

 

 

 

Es hat sich mal wieder bewahrheitet: Ride with friends ..immer wieder schön. top
Und weil nach der Tour – vor der Tour ist, gehen jetzt schon wieder die Überlegungen los, was wir im nächsten Jahr unternehmen.

Bis dahin
Harley

 

 

 

 

 

Bitte liken. Danke!