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Frankreich 2016

Text: Berner

Fotos: Berner u. a.

Realisierung: Sven

 

Der Beginn

Bereits im März 2015 begannen drei Polizeibiker unabhängig voneinander eine Frankreichreise zu planen, bei der die Route des Grandes Alpes eine zentrale Rolle spielen sollte. Der eine Plan sah vor, zunächst die Route des Grandes Alpes bis Nizza und dann einem östlichen Bogen entlang der ligurischen Küste und dann in nördlicher Richtung durch Italien zurück nach Deutschland zu fahren.

Der andere Plan war, westlich durch den Vercors zurückzufahren.

Hier bestand plötzlich erhöhter Abstimmungsbedarf, um die Reispläne zu koordinieren. Schließlich waren wir alle gut miteinander bekannt. Im Rahmen des Bundestreffens in Wermelskirchen wurden die Pläne miteinander abgeglichen und die östliche Runde über Italien zeitnah verworfen. Leider kam es dann aus privaten Gründen nicht zu einer gemeinsamen Fahrt. Ein ursprünglicher Teilnehmer musste passen. Es ergab sich dann, dass ein uns wohlbekannter und geschätzter Kollege vom Zoll, mitfuhr. So fuhren wir zu dritt.

Schnell wurde als Termin dann die erste Septemberwoche, vom 03.09. bis 11.09. 2016, festgelegt.

Treffpunkt aller Teilnehmer war der Gasthof Löwen in Todtmoos.

Zwei der drei Teilnehmer kamen aus dem Norden und trafen sich bereits am 02.09. Schnell war meine FJR neben die Versys auf den Anhänger gestellt und der PKW beladen. Nach einem lustigen feucht-fröhlichen Abend mit Pizza und geistigen Getränken ging es am 03.09.2016 dann endlich los.

 

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  1. Etappe: Todtmoos – St. Gervais les Bains

 

In Todtmoos hatten wir eine Unterkunft im Hotel Löwen gebucht. Mit dem Wirt hatte ich vorher abgesprochen, dass dort PKW und Anhänger eine Woche abgestellt werden könnten. Wir trafen dort gegen 17.00 Uhr ein und wurden schon von dem dritten Teilnehmer, der direkt mit dem Motorrad angereist war, erwartet. Sofort wurden die Motorräder abgeladen, die Zimmer bezogen und erstmal ein kühles Blondes vernascht. Beim späteren Abendessen wurde die anstehende Tour nochmals grob vorbesprochen und verabredet, dass es gegen neun Uhr am nächsten Morgen losgehen sollte.

 

Am 04.09. haben wir nach einem guten Frühstück die Mopeds beladen und haben uns auf den Weg gemacht. Zunächst fuhren wir über schöne kurvige Schwarzwaldstraßen nach Rheinfelden an die deutsch-schweizerische Grenze. Durch die Schweiz wollten wir die Autobahn nutzen, um zum einen nicht zu viel Zeit zu verlieren und zum anderen nicht mit den schweizerischen Geschwindigkeits-vorschriften in Konflikt zu geraten. Langweilig war es aber mit knapp 120km/h auf der Autobahn schon. Wir kamen unglaublich gut durch und waren trotz ein oder zwei Pausen schon um 11.15 Uhr in Montreux am Lac Lemans.

 

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Unsere Route führte uns dann weiter nach Martigny. Hier verließen wir die Autobahn und fuhren über den Col de la Forclaz und den Col des Montets auf Landstraßen unserem ersten Etappenziel entgegen. Am Fuße des Mont Blanc in Sichtweite des Gletschers legten wir in Chamonix noch eine Kaffeepause ein.

 

Gegen 15.30 Uhr trafen wir dann an unserer ersten Unterkunft in St. Gervais les Bains, dem Hotel Le Bouchon des Aravis, ein. Die Mopeds wurden auf dem Gehweg vor dem Haus abgestellt und obwohl das hoteleigene Restaurant geschlossen hatte, versorgte uns unsere Gastgeberin mit den ersten beiden Einlaufbieren.

 

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Das Abendessen verbanden wir mit einem vorherigen kleinen Gang durch die Gemeinde bei der wir natürlich die örtliche Gastronomie testeten.

 

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  1. Etappe: St. Gervais les Bains – Briancon

Der Morgen empfing uns mit feucht-kaltem Wetter. Es regnete leicht. So entschlossen wir uns, direkt wetterfest loszufahren.

Auf uns wartete das erste Pässefeuerwerk, standen doch unter anderem so namhafte Berge wie Col de L`Iseran, Col du Telegraph, Col du Galibier und der Col du Lautaret auf dem Plan. Die D902 sollte heute unser Reiseführer sein.

Zunächst ging es über den kleineren Col des Saises vorbei am Lac de Roseland zum Col de L`Iseran. Dort empfing uns wirklich ungemütliches Wetter. Nebel, Sturm und Temperaturen um die vier Grad. Es reichte nur zu einem kurzem Gipfelfoto und dann nichts wie weg.

 

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Weiter ging es dann in Richtung Col du Telegraph und Col du Galibier.

Auf der Anfahrt zum Telegraph wurde es zunehmend trocken.

 

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Die Anfahrt im Navi

 

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Auf dem Galibier war es dann trocken, aber immer noch kalt. Dieses änderte sich erst nach der Abfahrt. Es wurde immer wärmer und immer sonniger. Die Sonne sollte dann auf dem Rest unserer Reise unser ständiger Begleiter sein.

 

Die Anfahrt zum Galibier:

 

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Nach dem Galibier ging es dann über den Col du Lautaret in direkter Linie über die D902 und D1091 nach Briancon. Dort hatten wir im Hotel Mont Brison Zimmer reserviert. Nach dem Einchecken und einer Dusche ging es in den Ort. Mal schauen was es hier so gibt. Auf einem netten Platz im Ort kehrten wir bei einem waschechten Italiener ein. Leider schloss er kurz darauf, so dass wir dort nicht essen konnten. Für zwei Bierchen war aber noch Zeit.

 

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Zum Abschluss des Tages verbrachten wir noch etwas Zeit bei Getränken und netten Gesprächen auf dem Balkon.

 

Das Ziel für morgen:

 

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  1. Etappe: Briancon – Breil sur Roya

 

Diese Etappe sollte uns auf den Gipfel unserer Reise führen. Höher als auf den Cime de la Bonette ging es nicht. Die D902 führte uns morgens bei strahlendem Sonnenschein aus Briancon in Richtung des Col d`Izoard heraus. Dort kamen wir bei einem beinahe mystischen Licht an. Die Sonne hatte den Gipfel noch nicht erreicht. Außer einem Bonbonverkäufer und einem älteren Herrn mit PKW war noch niemand oben angekommen. Eine herrliche Ruhe.

 

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Nach der Abfahrt führten uns reizvolle Abschnitte der D902 in Richtung Guillestre.

 

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Von dort folgten wir dieser Straße weiter zum Col du Vars. Kurz vor Erreichen der Passhöhe fiel uns das Refuge Napoleon auf. Da sich von der Terrasse ein wunderschöner Anblick auf die Umgebung bot, entschlossen wir uns zu einer spontanen Kaffeepause.

 

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Nach einer ausgedehnten Pause nahmen wir die weitere Strecke, es ging jetzt über den Col de Restefond zum Col de la Bonette in Angriff.

 

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Auf der Passstraße zum Bonette hatte es dann schon ein wenig mehr Verkehr. Vor allem Radfahrer bevölkerten die Straße. Dennoch war es gut und flüssig zu befahren. Die Franzosen sind da wesentlich zuvorkommender als die Herrschaften aus unserem Heimatland. So fuhr doch eine Frau mit hellen Haaren, um nicht zu sagen sie war blond, mit ihren 3er BMW mitten auf der Fahrbahn einem Radfahrer hinterher und filmte diesen mit ihre Smartphone. Kein Überholen möglich. Hupen kam bei ihr nicht an. Sie war ja auch mit Filmen und Autofahren beschäftigt. Irgendwann bot sich dann doch die Möglichkeit, sie zu überholen. Letztendlich erreichten wir die Ringstraße um den Cime de la Bonette. Eine atemberaubende Aussicht. Dann kam der Vorschlag, zu Fuß auf den Gipfel zu gehen. Es solle sich lohnen. In einem Anflug von Unzurechnungsfähigkeit, anders kann ich es mir nicht erklären, willigte ich ein. In Lederkombi und Stiefeln noch 60 Höhenmeter höher. Bei praller Sonne. Die Höhenluft macht schon komische Dinge mit dem menschlichen Hirn.

 

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Die Abfahrt vom Bonette führte uns dann durch das Tinée-Tal über Saint-Étienne und Isola in Richtung Sospel bzw. Breil-sur-Roya. Auf dem Weg dorthin hatte der Routenplaner noch zwei Schmankerl eingebaut.

So bogen wir plötzlich von der D71 links ab und schraubten uns durch engste anspruchsvolle Kehren zum Dorf Belvedere hoch. Dort legten wir eine letzte Pause ein.

Die anwesenden Besucher und Bewohner ließen nichts unversucht, uns zu unterhalten. So fühlte sich ein deutscher Tourist bemüßigt, direkt vor unserem Sitzplatz mit seinem PKW einen Kettenpoller aus dem Boden zu drücken. J

Alle Anwesenden nahmen es locker mit einem Schulterzucken hin. In Deutschland undenkbar. Irgendeiner hätte bestimmt 110 angerufen.

 

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Wer hier zur Toilette will, ist besser nüchtern.

 

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Nach Belvedere befuhren wir zu guter Letzt noch den Col de Turini, der Klassiker der Rallye Monte Carlo. Wie es sich hier gehört, versuchten wir erst gar nicht, langsam zu fahren. Dennoch meinte ich den Geist von Walter Röhrl gehört zu haben, der mir zurief, Junge, du bist zu langsam.

 

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Nach der Ortsdurchfahrt von Sospel erreichten wir unsere Unterkunft, die Auberge du Col de Brois auf dem gleichnamigen Gipfel. Die Betreiberin Christine ist Dänin, daher klappte die Verständigung auf Englisch ganz hervorragend. Da ihr Restaurant Ruhetag hatte, beschlossen wir, auf der Liegewiese ein abendliches Picknick abzuhalten. Zu zweit fuhren deshalb noch nach Breil und kauften dort ein. Christine hatte uns den Zugang zu ihrem Getränkekühlschrank ermöglicht und versorgte uns noch mit Geschirr. Der Abend war gerettet.

Während wir bei leckerem Essen und gutem Wein bzw. kaltem Bier da so saßen und die Ruhe genossen, fiel und eine Rennradfahrerin auf, die dort anscheinend trainierte. Die ist das letzte Teilstück der Passstraße geschätzte 10-15-mal im Vollsprint bergan gefahren, ohne auch nur einmal am Ende sich erschöpft zu zeigen. Hut ab.

Wer mal in dieser Gegend ist, dem können wir diese Unterkunft nur wärmstens empfehlen. Die Zimmer sind stil- und liebevoll eingerichtet. Die Bäder modern und gut ausgestattet.

 

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Die Route des Grandes Alpes ist für damit abgehakt.

 

  1. Etappe: Breil-Sur-Roya – Les Salles sur Verdon

 

Ab dieser Etappe sind die hohen Pässe Geschichte. Die Landschaft ändert sich. Die Strecke führte über Chateauneuf-Villevielle, Utelle, Vahlberg, Castellane zur Gorges du Verdon.

Noch ahnte ich nicht, dass diese Etappe zwei meiner persönlichen Highlights bieten sollte, die Gorges de Daluis und die Gorges du Verdon, letztere vor allem wegen einiger ihrer Bewohner.

Zunächst führte uns die D2204 vom Col du Brois nach L`Escarène und passierten hierbei bereits nach wenigen Metern den Col de Braus. Der kam uns zum Warmfahren gerade richtig.

 

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Hinter L`Escarène bogen wir dann auf die D615 ein. Keine Ahnung , wie und wann der Routenplaner diese Spitzkehren entdeckt hat. Schwieriger ging es teilweise nicht mehr. Super eng, teilweise sehr steil, und das noch früh am Morgen. Dieser Abschnitt sorgte noch abends für Gesprächsstoff. Hier war auch unser südlicher Wendepunkt der gesamten Reise.

Nachdem wir alles gut überstanden haben, fuhren wir Utelle an. Von dort führte uns eine abenteuerliche Bergstraße, die D32, nach Westen zur D2205. Die D32 war teilweise gerade mal geschätzte 3-4 Meter breit. Eine Streckenrandabsicherung war auf der Talseite nicht vorhanden. Da ging es stellenweise gefühlt einige hundert Meter in direkter Falllinie ins Tal.

Dieser Abschnitt sorgte bei mir plötzlich für einen erhöhten Adrenalinausstoß. Ich fuhr hinten und folgte den beiden anderen. Wir passierten eine kleine Senke. Die beiden vorne kamen ohne Probleme durch. Ich übersah eine Staub-/Splittpfütze und fuhr dort prompt in leichter Schräglage hinein. Das Vorderrad rutschte einige Zentimeter nach außen und bekam dort wieder Grip. Pühchen Pühchen. ?

 

Die D32 schon weit im Tal:

 

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Weiter folgten wir der D2205 nach Norden. Unterwegs machten wir an der Tinée Mittagspause.

Frisch gestärkt fuhren wir dann über Vahlberg, einem modernen Wintersportort, in die Gorges de Daluis. Dort empfing uns eine Landschaft, wie ich sie noch nie sah. Die gesamte Schlucht bestand aus rot-bräunlichem Fels, besetzt mit grünem Bewuchs. Ein prächtiges Farbenspiel. Wir fuhren von Norden kommend und mussten leider 17 Tunnel durchfahren. Die Route von Süden scheint noch spektakulärer zu sein, da man die Tunnel auf der Talseite umfährt. Für alle war klar, sollten wir nochmals in dieser Gegend sein, müssen wir hier nochmals hin. Dann aber von Süden kommend.

 

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Weiter fuhren wir dann über die N202 und D952 über Castellane zur Gorges du Verdon. Dort ging es auf der D23 zunächst am oberen Rand der Schlucht entlang. Hier gab es fantastische Ausblicke.

 

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Als wir dann an der Stelle des letzten Fotos standen, entdeckten wir einige größere Vögel in der Schlucht. Da wir ja von keiner Sachkenntnis getrübt waren, schwankten die geäußerten Vermutungen zwischen Falken und Steinadlern. Meine Recherche zu Hause ergab später, dass es sich um Gänsegeier handelt. Die Kleinen haben eine Flügelspannweite von ca. 250 cm.

Atemberaubend, die Tiere in freier Wildbahn zu sehen. Sie kreisten teilweise nur geschätzte 40-50 Meter von uns entfernt.

 

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Von nun an ging es zielgerichtet zum Hotel, dem Hôtel Spa L’Ermitage. Vorher passierten wir noch den Ausgang der Schlucht:

 

Nachmittags mit Heerscharen von Tret- und Ruderbooten:

 

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Morgens ruhig und verlassen.

 

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Den Abend genossen wir dann vor schöner Kulisse auf der Terrasse des Hotels.

 

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  1. Etappe: Les-Salles-sur Verdon – Pont en Royans

 

Von nun an ging es beständig in nördliche Richtung weiter. Unsere Zielregion war heute der Vercors.

Zunächst fuhren wir am Lac de Sainte Croix entlang und schwenkten an dessen nördlichem Ende auf schönen Landstraßen in Richtung Moustiers-Sainte-Marie und weiter nach Bras-d`Asse ein.

 

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Nach Bras-d`Asse bogen wir auf die D8 ab und fuhren den Col d`Espinouse an. Dieser Abschnitt bot nochmals eine konzentrierte Dosis Südfrankreich. Es duftete dort von den Feldern, so dass wir die Visiere öffneten, ein wenig bummelten und genossen.

 

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Anschließend fuhren wir einige Kilometer Hauptstraße, um Sisteron zu passieren. Bei Beaurières verließen wir die D93 und bogen für einen Abstecher in die Berge auf die D175 ab. Hier gab es dann die mittlerweile übliche Schotterprüfung und die obligatorische Mittagspause.

 

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Frisch gestärkt ging es über einige Transferkilometer auf der D93…

 

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…zum Col de Rousset.

 

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Auf dem Weg zum Combe Laval kam der Vorschlag, vorher noch den Col de la Bataille anzufahren. Dort solle man eine super Aussicht in die Landschaft haben. Gesagt getan, kurz die Route erweitert und den Col de la Bataille angefahren. Diese Aussicht erwartete uns dort. Hat sich gelohnt.

 

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Nach dem kurzen Abstecher fuhren wir über den Col de la Machine unser letztes landschaftliches Tagesziel an, den Combe Laval. Ich habe keine Ahnung, warum man da eine Straße bauen musste. Ich nehme an, nur um unser Herz und Auge zu erfreuen. Spektakulär.

 

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Nach einer ausgiebigen Besichtigung von Straßenführung und Landschaft fuhren wir unser Hotel in Pont en Royans an. Wir hatten im Hôtel du Musée de l’Eau reserviert. Pont en Royans ist ein durchaus sehenswertes Örtchen mit einer beeindruckende Kulisse. Da lohnte ein abendlicher Spaziergang.

 

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  1. Etappe Pont en Royans – Annecy-Seynod

 

Heute nahmen wir die letzte Etappe auf ausschließlich französischem Boden in Angriff. Unsere Route sollte uns zunächst in die Gorges de La Bourne führen. Leider ist die Strecke seit längerem wegen eines Erdrutsches gesperrt. Unsere Hoffnung, dass die Schäden mittlerweile behoben wurden, erfüllte sich nicht. So mussten wir zunächst über die D103 eine Umleitung fahren, die so schlecht auch nicht war.

 

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Von dort gelangten wir über Villard-de-Lens und Lans-en-Vercors an den Stadtrand von Grenoble. Hier schlugen wir einen südlichen Bogen, um Grenoble herum. Die Stadt war dann doch größer als gedacht. Nach der großzügigen Umfahrung bogen wir dann vor Allemond von der D1091 in die D526 ab. Der Col du Glandon war unser nächstes Ziel.

 

Allemond:

 

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Vorbei am Lac de Grand Maison erreichen wir den Gipfel des Col du Glandon.

 

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Den eher unspektakulären Gipfel überquerten wir ohne Halt. Die Abfahrt auf der D927 bot dafür einen tollen Ausblick. Die Straße selbst war schmal aber gut befahrbar. Verkehr gab es so gut wie keinen und die ganze Zeit hatte man einen schneebedeckten Gipfel am Ende des Tals vor Augen. Das Panorama war wirklich beeindruckend.

Auf der Abfahrt versorgten wir uns in einem kleinen Laden mit frischen Baguette und Beilagen und machten in Saint-Colomban-de-Villard vor dieser Kulisse Rast.

 

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Nach der Pause galt es einen Klassiker der Tour de France in Angriff zu nehmen. Es wartete der Col de la Madeleine auf uns. Zeigte sich die Strecke auf der Karte eher unspektakulär wurden wir in der Realität eines besseren belehrt. War die Auffahrt noch ok, ging die 23 km lange Abfahrt auf schmaler Straße schon ans Eingemachte. Unten angekommen, war erst einmal durchschnaufen angesagt.

 

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Anschließend fuhren wir durch Albertville auf Nebenstraßen über den Collet du Tamie zum Lac d`Annecy. Wir fuhren ein Stück am See entlang und genossen den Blick auf den See und die teilweise sehenswerten Anwesen. In Saint-Jorioz bogen wir zu einer letzten Schleife auf die D10 ab, die uns auf den Col de Leschaux führen sollte. Von hier oben hat man einen tollen Blick auf den Lac d`Annecy.

 

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Nach einem letzten Tankstopp erreichten wir unsere Unterkunft, das Ace Hotel Annecy im Stadtteil Seynod. Seynod ist geprägt durch Wohnbebauung und Gewerbebetriebe. Rund um unser Hotel hatten sich alle bekannten Motorradmarken niedergelassen. Nach 5 Gehminuten erreichten wir eine „Westernbar“ neben dem örtlichen Harleystore. Hier ließen wir den Abend bei Bier und stilechten Burgern ausklingen und zogen ein erstes Resümee unserer Reise.

 

  1. Etappe Annecy-Seynod – Todtmoos

 

Die Schlussetappe führte uns zunächst auf französischer Autobahn aus Annecy heraus und an Genf vorbei in die Schweiz. Diese verließen wir aber unmittelbar hinter dem Genfer Flughafen wieder in Richtung Gex, um von dort weiter den Col de la Faucille im französischen Jura zu befahren. Von dort oben hat man bei schönem Wetter eine tolle Aussicht über den Lac Lemans. Leider war das Wetter an diesem Tag diesig, so dass die Fotos nichts geworden sind.

Weiter ging es dann in Frankreich bis La Cure. Dort schwenkten wir wieder talwärts um bei Nyon auf die schweizerische A1 und dann weiter auf der A5 zu fahren. Dieser folgten wir im gemäßigten Tempo entsprechend der schweizerischen Vorschriften entlang des Lac Lemans, des Lac de Neuchatel und des Bieler Sees. Bei Rheinfelden passierten wir dann die Grenze nach Deutschland. Kurz hinter der Grenze legten wir noch eine Kaffeepause ein, ehe wir die letzten Kilometer nach Todtmoos unter die Räder nahmen. Beim abschließenden Abendessen ließen wir die vergangenen Tage nochmals Revue passieren und waren uns einig, dass wir eine sehr schöne Zeit verlebt hatten und diese Reise nach einer Fortsetzung verlangt.

 

Fazit

 

Es waren inklusive der Anreise aus dem Norden neun anstrengende Tage, die sich aber absolut gelohnt haben. Die Zusammensetzung der Reisegruppe passte. Es bestand nicht einmal erhöhter Diskussionsbedarf. Jeder konnte sich mit seinen Wünschen einbringen. Mein Dank geht an meine Begleiter für wunderschöne Urlaubstage.

Ich war zum ersten, aber bestimmt nicht zum letzten Mal in der Region, die mich total begeistert hat. Super Landschaften, verkehrsarme, größtenteils gute Straßen und nette Gastgeber. Damit meine ich nicht nur die Hoteliers sondern auch die dort lebenden Franzosen.

Deren Hilfsbereitschaft zeigte sich vor allem auch beim Tanken. Das Tankstellensystem in Frankreich ist anders als in Deutschland aufgebaut. Tankstellen findet man häufig an größeren Supermärkten. Es handelt sich dann fast immer um Tankautomaten, die zuvor mit Kredit- oder EC-Karte gefüttert werden wollen. Leider nimmt nicht jeder Automat jede Karte. Ein System, wann welche Karte akzeptiert wird, habe ich nicht feststellen können. So kam es zweimal dazu, dass keine unserer Karten akzeptiert wurden. In beiden Fällen fanden sich Franzosen, die bereit waren, uns gegen Bargeld auf ihre Karte tanken zu lassen. Merci.

 

 

 

Statistik

 

Wir fuhren 2169 Kilometer. Während dieser Zeit hatten wir keine technischen Defekte. Unfälle gab es auch nicht. Lediglich einen leichten Umfaller und den Verlust einer Lesebrille hatten wir zu verzeichnen. Das war es aber auch schon.

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