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Allgäu/Kärnten

Text: Sven

Foto: Sven

 

War das ein langer Winter. Manchmal hatte man das Gefühl, dass dieser niemals mehr enden würde. Auch der Mai war mehr als schlecht und vor allen Dingen sehr feucht.
Wir freuten uns auf unseren geplanten Urlaub im Juni. Mehr als die Jahre zuvor, denn unser letzter richtiger Urlaub war 2012 unsere Gardaseereise.

Ausgelaucht fühlten wir uns und wir wussten: Lange halten wir das nicht mehr durch!

Irgendwann musste das Wetter doch besser und vor allen Dingen wärmer werden. Anfang Juni waren die Temperaturen noch im einstelligen Bereich und im Südosten der Republik war Land unter.

Geplant ist, dass wir die erste Woche mit einer Gruppe aus dem Rockster-Forum in Obermaiselstein verbringen. Dort waren wir bereits mit der Gruppe 2008 und die damalige Woche ist unvergesslich.

Nach dieser Woche haben Petra und ich abgesprochen, dass wir die zweite Woche alleine bleiben und allein fahren. Es wird nach Kärnten, genauer nach Oberdrauburg gehen. Von dort aus werden wir Tagestouren fahren.

Schon jetzt, drei Tage vor der Abfahrt, gibt es Probleme, Probleme mit der geplanten Strecke.
Hochwasser hat auch den Norden erreicht und wir können die Elbe bei Lauenburg nicht queren, da diese gesperrt ist.
So werden wir das erste Teilstück bis kurz hinter Hamburg die Autobahn nutzen müssen.
Danach werden wir den ersten Tag bis nach Thüringen, Floh-Seligenstadt, fahren und dort eine Zwischenübernachtung machen.
Am darauf folgenden Tag werden wir dann über die Landstraße Obermaiselstein erreichen.

13.06.13

Die Sachen sind gepackt und auch Moni und Rainer, die mit dem Auto fahren, haben wir noch ein Köfferchen mitgegeben.

Abgemacht war mit Olli aus Lübeck, den ich schon seit meiner Mofazeit kenne, dass wir uns um 08.00 Uhr an der ARAL-Tankstelle treffen und die erste Tagesetappe bis zum Rennsteig in Thüringen unter die Räder nehmen wollen.
So lobe ich mir das! 07.55 Uhr war Olli da und es konnte losgehen.
Wir hatten uns vorgenommen, dass wir schön über die Landstraße fahren werden und so Deutschland wieder entdecken.
So machten wir es.

 

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Allerdings tat mir nach einer gewissen Zeit mein Steiß ziemlich weh und wer das schon einmal hatte, der weiß, dass das nicht angenehm ist.
Schon 2012 hatte ich zum Ende der Saison damit zu tun und dachte, dass das an der Bagstersitzbank liegen könnte. Deswegen hatte ich die originale Sitzbank wieder montiert. Aber auch dadurch war es nicht besser.
So machten wir alle 50 Kilometer Pause, was dann aus zu halten war.
Gegen 16.30 Uhr trafen wir in der vorgebuchten Pension in Thüringen am Rennsteig ein.
Wie sich herausstellte, war die Pension, bis auf das französische Bett (Breite 140 cm) ein Glücksgriff.
Wo sonst bekommt man in einer Pension Cocktails? Die Übernachtung inklusive Frühstück kostete für das DZ 60.- € und das EZ 35.- €.

 

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14.06.13

Am nächsten Tag, nachdem wir uns mit dem Frühstück gestärkt hatten, fuhren wir um 08.30 Uhr ab.
477 Kilometer über die Landstraße lagen vor uns, die sich ziehen sollten.
Auch heute hatte ich mit meinem Steiß zu tun und war jedesmal froh, wenn ich absteigen konnte.
Olli hatte einen Wildwechsel in Form einer Amsel, die ihm bei Tempo 100 gegen die Schulter flog. Er hat sich erschrocken, keine Schmerzen und der Vogel hat das nicht überlebt.
Endlich, endlich um 16.50 Uhr trafen wir in der Pension Forelle ein. Petra und mir reichte das aber auch dicke und wir begrüßten die anderen Teilnehmer des Treffens.
Sachen vom Motorrad holen, nach oben schleppen und erst einmal ein kühles Bier, bevor es unter die Dusche geht.
18.30 Uhr ließen wir uns die warme Mahlzeit schmecken und ließen den Abend in gemütlicher Runde ausklingen. Gabs Bier? Ja!
Allerdings nur recht kurz, denn von der Anreise waren alle ziemlich kaputt und so lagen wir um 21.45 Uhr im Bett.

15.06.13

Nach einer erholsamen Nacht sagt der Blick aus dem Fenster, dass das Wetter nicht sommerlich, aber trocken ist.
Gestern Abend hat es noch geregnet.
Nach dem Frühstück wollen wir in der Gruppe eine Tour machen. Es sind einige dabei, die den „fliegenden Marschall“ noch nicht gefahren sind. Mal sehen was das wird.
Ich habe die Tour durch das Namlostal ausgesucht. Das sind 270 Tageskilometer über die Landstraße mit Kurven und Kehren. Ich freue mich drauf!
Der „fliegende Marschall“ klappte problemlos und das Wetter hatt so richtig Gas gegeben.
Es waren bis zu 29 Grad und wir suchten bei Pausen mit 15 Motorrädern gerne den Schattenplatz aus!
Die Strecke war sehr schön und wir nahmen so manchen Pass mit. So z. B. das Oberjoch, das Hanntennjoch und den Riedbergpass, wir fuhren durch das schöne Tannheimer Tal und das Lechtal, also landschaftlich sehr reizvoll. Allerdings war Sonntag und schönes Wetter, so dass auf den Straßen jeden Menge los war. Am Fernpass haben wir sogar für 10 Minuten im Stau gestanden.
Abends kamen wir mit etwas Popoaua verschwitzt wieder in Obermaiselstein an und ließen den Abend draußen bei kühlen Getränken ausklingen.

17.06.13

Der Blick aus dem Fenster kündigt das an, was der Wetterfrosch vorher gesagt hat. Es sollen heute 34 Grad werden.
Trotzdem wollen wir die Tour nach Samnaun (350 Tageskilometer) auf uns nehmen. Nicht alle wollen mitfahren, denn nur die Harten kommen in den Garten. Sagt man, ist aber falsch, denn die weichen bleiben hier und legen sich in den Garten. ?

Puuhhh, war das ein heißer Ritt! Die angekündigten 34 Grad wurden noch überschritten!
Über das Oberjoch und das Hanntennjoch erreichten wir nach über 160 Kilometer voller Kurven und Kehren Samnaun.
Eine Stunde Zeit nahmen wir uns für den zollfreien Einkauf und das Mittagessen, bevor wieder in Richtung Obermaiselstein aufbrachen.
Besondere Vorfälle gab es keine, nur die Einfahrt in einen ganz engen, einspurigen Tunnel empfanden wir alle als Frechheit, denn man sah plötzlich nichts mehr. Die Augen schafften die Umstellungen von der hellen Sonne auf absolute Dunkelheit nicht, so dass es für uns alle ein kurzer Blindflug war.
Ach ja, bei einer Pause habe ich dem Rainer einen Streich gespielt, obwohl er sonst derjenige ist, der für solche Sachen gut ist. Ich sag nur Killschalter und dann beobachten, wie die Gesichtszüge entgleisen, wenn das Motorrad plötzlich beim Startversuch gar nichts mehr macht.
Er stieg mit einem Gesicht was Bände spricht plötzlich wieder von seinem Motorrad ab. Ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig und habe ihm mal einen Tipp gegeben! ?

18.06.13

Heute gibt es kein Programm, heute macht jeder sein Ding.
Das Wetter hat sich noch nicht geändert.
Petra und ich haben uns um 09.00 Uhr auf den Weg zum Plansee gemacht, allerdings ohne Umwege auf dem direkten Weg.
Die Temperaturen stiegen und um 11.00 Uhr am Plansee war es in Motorradklamotten kaum auszuhalten.
Spontan habe ich meine Stiefel ausgezogen und in den Plansee gehalten. Das Wasser war gar nicht kalt und kaum erfrischend.
Stiefel wieder an und noch schnell ein Eis gegessen, bevor wir uns auf den Rückweg machten.
In Pfronten machten wir noch einen Halt, weil wir einen Biergarten im Schatten entdeckt hatten.
Einen Salat und ein Paar Wienerle mit Kartoffelsalat für Petra.
Die ganze Zeit wurden wir von einem einheimischen Gast, der auch noch nuschelte zugetextet. Allerdings haben wir nicht einmal die Hälfte der Sätze verstanden. Insbesondere verstanden wir das Wort „weischt“.
Danach, schnell weg, auf nach Obermaiselstein. JETZT war es am wärmsten und die Sonne brannte bei der Fahrt auf die schwarzen Motorradklamotten.
Wir waren froh, als wir aufs Zimmer gehen und duschen konnten.
Erst zu kalt und jetzt mit 35 Grad deutlich zu heiß!
Heute Abend gehen wir auswärts essen, da die „Forelle“ heute Ruhetag hat.
Mit einem ruhigen Nachmittag mit sogar etwas Nachmittagsschlaf waren ausgeruht und gingen auswärts essen.
Am Himmel türmten sich die Wolken und für Obermaiselstein gab es eine Unwetterwarnung.
In der Gastwirtschaft angekommen konnten wir uns erste nicht entscheiden, ob wir draußen oder drinnen sitzen sollten. Die Mehrheit war für draußen. Das ging bis zur Getränkebestellung gut, dann mussten wir nach drinnen flüchten, weil es anfing zu regnen.
Der Regen weitete sich in Gewitter mit großen Hagelkörnern aus.
Holzfällersteak mit Pommes hatten wir bestellt. War eine salzige Angelegenheit und Holzfällersteak kenne ich auch anders. Für mich war das ein Nackensteak oder ein Zwiebelrostbraten.

 

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Die Luft war frisch und es war wieder trocken, als wir zurück zur Pension gingen, wo wir den Tag ausklingen ließen.

19.06.13

Petra hat sich entschlossen, heute nicht mit zu fahren, sondern einen Arzt auf zu suchen.
Sie hat seit dem 2. Reisetag Schmerzen im Nackenbereich, die so heftig sind, dass sie noch in Deutschland zum Arzt gehen will.
Gott sei Dank ist in der Pension die Sandra, die auch kein Motorrad fährt, aber ein Auto zur Verfügung hat.
Zusammen mit 7 anderen fahre ich die Bodenseerunde. Die anderen haben sich aufgrund der Hitze entschieden nicht mit zu fahren.
Nach ca. 30 Minuten ruft mich Petra an und sagt, dass wir den Christian vergessen haben, der extra zeitig angereist ist, um mit uns die Tagestour zu machen. Ich sage, dass wir in Krumbach/Österreich stehen und auf ihn warten.
Nach 25 Minuten ist er da und wir sind nun zu acht.
Die Runde war wieder schön, schön heiß. Man schmort ja in seinem eigenen Saft und da helfen auch keine luftigen Rukkasachen mehr. Wenn man mal an der Ampel stehen bleiben muss, dann läuft es.
Nach insgesamt 270 Kilometern mit einem längeren Zwischenstopp um die Mittagszeit sind alle wieder gut in der Pension angekommen.

Günther, der Pensionswirt, bereitet uns einen leckeren Grillabend mit einer Erdbeerkaltschale als Vorsuppe und einen schönen Salatbuffett zu.
Als dann endlich der brennende Planet verschwunden ist, lässt es sich auch wieder aushalten.
Morgen wollen wir die Walchenseerunde fahren und hoffen, dass die Temperaturen mal unter 30 Grad bleiben!

20.06.13

War wohl nichts! Schon bei der Abfahrt sind es deutlich über 20 Grad und es ist gerade mal 09.00 Uhr.
Heute fahren wir die Walchenseerunde und wie sich herausstellen sollte, ist das eine sehr schöne Tour. Man könnte sie auch die Dreiseentour nennen, denn es geht vorbei am wunderschönen Plansee, dem Kochelsee hin zum Walchensee, der eine wunderschöne Farbe hat. Dort machen wir Mittagspause und was soll ich sagen, wir haben sie wieder, die 34 Grad.

 

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Nach der Mittagspause stieß Manne zu uns, der sich einen neuen Vorderreifen gönnen musste.
Er erzählt uns von einer großen Baustelle auf unserer geplanten Route, die wir umgehen wollen. So kommen zu unseren geplanten 270 Tageskilometern noch einmal 30 für den Umweg drauf. Langsam tat der Ar*** weh und es zog sich auch noch zu. Gewitter waren angesagt und so sah es auch aus. Es fing an zu regnen, aber durch die Hitze verdampfte der Regentropfen, bevor den Boden erreichte. Anfangs zumindest. Dann waren die Straßen nass, kurzfristig, denn am Oberjoch waren die Straßen wieder trocken. Gegen 17.00 Uhr waren wir alle heil, gesund und erschöpft wieder in der Unterkunft und ließen den Abend dort ausklinmgen.

21.06.13

Tag der gemeinsamen Ausfahrt!
Vor der Abfahrt machen wir ein Gruppenfoto und anschließend verkünde ich, dass ich das Forum an Narvik (Torsten) übergebe und dass die heutige Ausfahrt meine letzte „Amtshandlung“ als Cheffe ist.
Ich bin froh, dass ich in Torsten einen Nachfolger gefunden habe, der charakterlich gut für diese Position geeignet ist.
Alle Anwesenden spenden für Torsten Applaus, was mich beruhigt.

Danach fahren wir los zu unserer Ausfahrt, an der auch Mario (bmw-worker) mit seinem Cabrio teil nimmt, um uns alle einmal kennen zu lernen. Auch ein netter Kerl!
Eigentlich wollte ich die Planseerunde fahren, aber die ähnelt der gestrigen Tour zu sehr.
Wir fahren die Runde ums Allgäu, die allen sehr gut gefällt. Wir sehen unterwegs kurz ein Autobergrennen, sehen ca. 15 Ferraris und Lamborghinis, die extra für uns die Motoren heulen lassen, denn sie wissen nicht, dass sie kurze Zeit später in eine für sie unpassierbare Baustelle fahren werden. Die Bodenfreiheit der Fahrzeuge wird dafür sorgen, dass sie durch diese Baustelle nicht fahren werden.
Nach 270 Kilometer sind alle wieder heil in Obermaiselstein angekommen. Nur Manuela hat beim Drehen auf einem Parkplatz ihre Maschine kippen lassen. Lackkratzer am Tank sind die Folge.
Das war dann meine verantwortliche Ära beim Rockster-Forum.
Jetzt gibt es gleich Abendessen und wir lassen den Abend dann ausklingen.

22.06.13

Verabschiedung, in dem Wissen, dass wir uns eine längere Zeit nicht sehen werden.
Ich hasse diese Verabschiedungszeremanoie, lieber ist mir die Begrüßung.

Motorrad vollgepackt, Ölstand kontrolliert und Tank ist voll.
Auf geht’s in Richtung Oberdrauburg in Kärnten. Es sind 340 Kilometer.
Mal sehen ob Petras Rücken, sie hat seit dem zweiten Reisetag Schmerzen zwischen den Schulterblättern, die Tour verträgt.
Es geht los auf der von mir zu Hause vorbereiteten Route. Dabei habe ich Autobahn und Mautstraßen ausgeschlossen.
Zunächst altbekannte Kurven, allerdings ist die Straße nass.
Dann plötzlich, schon in Österreich, ist die Straße gesperrt. Kein Hinweis auf eine Umleitung. In der Hoffnung, dass mich mein Navi schon auf die richtige Straße lotst, nehmen wir eine andere Straße. Allerdings müssen wir umdrehen, da die Richtung nicht zu stimmen scheint und stehen wieder vor der Sperrung. „Zufahrt zur Gaststätte frei“ steht dort. Als ich das lese zieht eine Gruppe schweizer Motorradfahrer an mir vorbei und fährt eben diese Richtung.
Ich denke noch, ach was solls und schließe mich an. 100 Meter hinter der Sperrung steht auf der anderen Seite Polizei, an der wir zunächst vorbei fahren. Weit kommen wir nicht. Nur eben bis zur Gaststätte und müssen dann umdrehen.
Auch an der Polizeikontrolle kommen wir nicht vorbei und werden alle angehalten. Eine jungen Polizeibeamtin steht auf der Straße und erklärt der Gruppe, was die Bedeutung des runden Schildes mit rotem Rand bedeutet. Ich höre aus der schweizer Gruppe etwas von Abzocke und denke so bei mir. Irgendwie haben sie auch recht, denn warum stehen die Polizisten nicht dort oben wo das Schild ist? Warum gibt es keinen Hinweis auf eine Umleitung? Wartet man nur auf Touristen, die die Mautstrecke vermeiden wollen und nur diesen Weg fahren können?
Die junge Polizistin schlägt vor, dass zwei Leute 25.-€ zahlen und die Gruppe kann weiterfahren. Schweizer haben mehr Geld. Ich lasse sie bezahlen.
Ich sage zur Polizistin, dass doch die Zufahrt zur Gaststätte frei sei. Richtig sagt sie, haben sie eine Quittung. Nein sage ich, ich habe es mir anders überlegt, war zu teuer. Sie sagt, ob sie aussehe wie ein Clown. Dazu verweigere ich die Aussage. ?
Der einzige Weg nach Kärnten soll also jetzt über die mautpflichtige Brennerautobahn führen.
Kaum drauf, stehen wir schon im Stau.
Langsam im stop and go geht es im 1. Gang bergauf in Richtung Mautstelle. Geschlagene 20 Minuten geht das so und meine Kupplung ächst und die Öltemperatur geht nach oben. Ca. 100 Meter vor der Mautstation fängt die Ölkontrollampe an zu blinken und zusätzlich das Warnzeichen.
Bisher war ich der Meinung, dass ein Boxermotor nicht überhitzen kann. Kann er anscheinend doch!
Nach der Mautstelle sofort den Motor abgestellt und etwas Öl nachgefüllt, damit das Öl sich etwas abkühlt.
Nach der Mautstelle lief der Verkehr wieder und der Boxer auch. Die Öltemperatur regelte sich wieder ein.

Gegen 15.30 Uhr treffen wir in Oberdrauburg ein und bekommen ein sehr schönes Zimmer.

 

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23.06.13

Die erste Tour in Kärnten steht an. Ich habe die kürzeste Tour 206 Kilometer herausgesucht, die sehr reizvoll beginnt. Kurven und Kehren auf den ersten 5 Kilometern.
Es geht rüber nach Italien und die Landschaft ist wirklich sehr schön. Wir genießen den Tag und die Landschaft.
Petras Rücken ist etwas besser und sie nimmt auch Schmerztabletten, damit auch sie den Urlaub genießen kann.

Hier Bilder:

 

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24.06.13

Heute Nacht Starkregen mit Gewitter und Sturmböen.
Das setzt sich morgens fort und wir entscheiden und für einen motorradfreien Tag.
Dorf besichtigen, einkaufen, faulenzen.
Petra braucht einen Kugelschreiber für die Kreuzworträtsel. Kostet im Laden 6.-€.
Ich gehe in ein Hotel und gebe an, dass ich Kugelschreiber mit Werbeaufschrift sammeln würde.
Ich bekam einen. Es war das erste Exemplar meiner noch jungen Sammlung. bigsmile

25.06.13

Kühl ist es geworden, aber trocken. Somit kann es also heute weiter gehen mit dem Motorradfahren.
So ein ganzer Tag eingesperrt in der Unterkunft ist auch Mist!
Heute soll es auf einem Rundkurs am Millstädter- und Wörthersee vorbei gehen. Ich bin schon sehr gespannt!

Gestern schrieb Tom, dass er von Mittwoch bis Samstag in den Dolos verweilt. Mit fiel ein, dass wir auf der Anreise nach Oberdrauburg an den Dolos (in Sichtweite) vorbeigefahren sind.
So haben wir kurzfristig für Freitag Mittag ein kurzes „Meeting“ ausgemacht und werden uns für einen kurzen Plausch treffen.

15.45 Uhr sind wir von unserer Tour zurück. Die Temperaturen bewegten sich im angenehmen Bereich. Man frohr nicht und man schwitzte nicht.
Am Wörthersee waren wir, aber davon hatten wir uns mehr erwartet. Eine Autobahn führt direkt am Ufer des Sees vorbei.
So machten wir uns auf den Rückweg und ich gab die kurvenreiche Strecke im TomTom ein.
Erstaunlich welche Wege das Navi findet, die man ansonsten wohl nie entdeckt hätte.
Hier ein paar Impressionen des Tages:

 

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26.06.13

Heute habe ich eine Tour nach Slovenien geplant, ohne zu wissen, dass es heute der Tag der 1000 Kurven werden sollte.
Los geht es in Oberdrauburg. Das Wetter ist sonnig aber noch kühl.
Niemals hätte ich nach der Woche im Allgäu gedacht, dass ich in diesem Urlaub noch einmal einen Pullover anziehen werde. Er ist aber notwendig, um nicht zu frieren.
Unseren ersten Stop machen wir an diesem Platz:

 

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Traumhaft, oder?
Es sollte heute aber so weiter gehen. Insbesondere Slovenien ist wieder ganz anders wie Österreich.
So fahren wir in Slovenien an einem Bach entlang, der zur Schneeschmelze gigantische Ausmaße haben muss. Breit, riesige Felsen im Flußbett deuten jedenfalls darauf hin. Die Berge schroff und felsig.

 

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Wir fahren von SLovenien nach Intalien. Die Grenze merkt man kaum.
Wir fahren einen geteerten, einspurigen Pass hinauf. Wir sind ziemlich langsam unterwegs, allein wegen der Enge und wegen den Steinchen auf der Fahrbahn. Trotzdem ist der Pass mit Kurven und Kehren nur so gespickt.
Hinter einer Kehre sehe ich zunächst einen Hund in der völlig einsamen Gegend und dachte er sei verwildert, als plötzlich eine Herde Ziegen mit ihrem Hirten vor uns stehen.
Kein Durchkommen, also Motor aus und warten.
Kurze Zeit geht es weiter mit Kurven und Kehren und als die Luft merklich dünner wird, kommt plötzlich ein Gasthof in Sicht. Es ist Mittagszeit und wir essen typisch italienisch Spagetti Bolognese.

 

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Danach geht es weiter und nun natürlich abwärts mit eben den selben Kurven und kehren.
Von Italien fahren wir den Naßfeldpass nach Österreich.
Oben auf der Passhöhe ist ein See:

 

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Zwischenzeitlich hat sich der Himmel zugezogen. Regen gab es aber nicht.
Jetzt sind wir von den vielen Kurven und Kehren (260 Kilonmeter) doch geschafft und freuen uns auf einen ruhigen Abend!

27.06.13

Wir haben vom Hotel einen Gutschein für mautpflichtige Straßen in der Nähe bekommen.
Unter anderem ist auch die Nockalmstraße dabei, von der ich schon viel gehört habe, diese aber noch nie gefahren bin.
Dort geht es heute hin und ich bin sehr gespannt.
Petra hat noch immer Probleme mit dem Rücken und bekommt heute um 17.00 Uhr die dritte Massage.
Sie nimmt Schmerztabletten und wird, bis wir wieder zu Hause sind, durchhalten müssen. Schade, aber sie beißt die Zähne zusammen. Ändern kann man hier leider derzeit nichts.
Gleich gehts erst einmal Frühstücken.

08.30 Uhr geht es los, auf zur Nockalmstraße, die wir nicht kennen und noch nie gefahren sind. Für die fällige Maut haben wir einen Gutschein vom Hotel.
Es ist frisch heute morgen, ich schätze so 14 Grad. Das Navi leitet uns zur Nockalmstraße, bis dahin ist es unspektakulär.

Schon sind wir auf der Nockalmstraße und geben unseren Gutschein an der Maustelle ab. Von nun an wird es landschaftlich schön. Bessere Straßen sind wir schon gefahren und auch welche mit mehr Kurven und Kehren, aber dafür wird die Landschaft immer spektakulärer.
Oben angekommen auf einer Höhe von 2204 Metern ist es ar*chkalt. 6 Grad zeigt das Termometer und die Griffheizung wurde angemacht.

 

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In der Kälte halten wir uns nicht lange auf und fahren, so meinen wir, wieder ins Tal. Aber nichts da, kurz runter geht es, aber dann wieder rauf. Schnee liegt auch noch an schattige Stellen. Man kommt sich vor, wie auf dem Dach der Welt.
Vor uns laufen ein paar Murmeltiere über die Straße. Hier ein ausgestopfter Bruder:

 

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Um die Mittagszeit suchen wir uns eine abgelegene Gaststätte und werden von der Wirtin mit Handschlag begrüßt.
Ich bestellte ein Jausenbretterl:

 

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Bevor wir wieder abfahren, erblicke ich im Profil meines Hinterreifens (Heidenau) einen Riß im Profil. So ein Mist. Wir haben noch gute 1500 Kilometer vor uns, die wir vollbeladen fahren müssen.
Ich ahne schreckliches! Von der Profiltiefe ist der Hinterreifen noch für mindestens 3000 Kilometer gut, der Vorderreifen für mehr!

Also zum Reifenhändler nach Lienz, der mit einer Fühlerleer feststellt, dass der Riß bis auf das Gewebe geht.
Reifenwechsel ist angesagt und natürlich beide, da Heidenau natürlich nicht vorrätig ist.
Metzeler Tourance next für einen Sonderpreis: 340.-€ montiert raufen
Danach gehts in die Unterkunft. Hier aber noch Bilder vom Reifenschaden:

 

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28.06.13

Aufwachen und das Geräusch von Regen hören. Was gibt es mieseres in einem Motorradurlaub.
Eigentlich wollten wir ja heute in die Dolos fahren. Wird wohl nichts mehr, so dass wir ausreichend Zeit zum Packen haben. So lassen wir also unseren Urlaub hier im Gasthof Post ausklingen und nehmen frustriert wohl ein bis zwei Biere zu uns.

Am 29.06.13 werden wir früh aufbrechen und über 700 Kilometer zurücklegen, bevor wir in Altenburg eine Übernachtung machen werden.
Warum Altenburg? Weil wir einen Hotelgutschein von „mydays“ haben und uns diese Übernachtung nichts kostet.

So wird dann ein wunderschöner Motorradurlaub zu Ende gehen und wir hatten an 12 von 14 Tagen gutes Wetter. Teilweise sehr heiß, aber lieber heiß, als flüssigen Sonnenschein.

Wir hatten keine kritische Situation, keine Notbremsung. Das Allgäu hat für Motorradfahrer viel zu bieten, Kärnten noch mehr!
Allerdings werden wir beide Regionen in den nächsten Jahren erst einmal nicht mehr besuchen, denn es gibt noch so viele schöne Ecken, die wir noch nicht gesehen haben.

Wir danken unserem Schutzengel, der uns auf den vielen Kilometern begleitet hat, dem wir aber auch die Möglichkeit gaben, uns ständig zu folgen.

Abgefahren sind wir beim Kilometerstand 58600, als wir zu Hause angekommen sind, zeigt der Kilometerstand 63755.

 

 

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